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| Vasily Smyslov |
Was ihm 1954 im WM-Match 1954 gegen
Mikhail Botvinnik noch versagt geblieben war, erreichte
Vasily Smyslov drei Jahre später. Er bezwang denselben Gegner, den "Patriarchen", und reihte sich damit ein in jene Linie von Schachweltmeistern, die bis ins Jahr 1886 zu
Wilhelm Steinitz zurückführt. Smyslovs Regentschaft war nach nur einem Jahr beendet, denn beim Revanchematch 1958 schlug Botvinnik zurück. Wenig später, 1960/1961, sollte es
Mikhail Tal genau gleich ergehen, der freilich mit seinem kompromisslosen, opferreichen Angriffsspiel einen ganz anderen Stil pflegte. Smyslovs Spiel erscheint einfach, leicht und flüssig, war dabei stets positionell solide angelegt und von hoher Präzision geprägt. Wer das Endspiel studieren möchte, wird an Smyslovs Klassikern in dieser Spielphase nicht vorbeikommen.
Leider kann Vasily Smyslov, inzwischen im 89. Lebensjahr, nicht persönlich bei unseren Feierlichkeiten dabei sein. Er hat es sich jedoch nicht nehmen lassen, uns von Moskau aus eine Grussbotschaft zukommen zu lassen: "Ich unterstütze die Schachgesellschaft Zürich und das große, wundervolle Programm, das dem 200-jährigen Bestehen gewidmet ist. Zürich ist die Stadt, an die ich die schönsten Erinnerungen habe, und ich wünsche allen Teilnehmern, ihre kreativsten Leistungen zu zeigen."
An die Schweiz und an Zürich, wo er 1953 das legendäre Kandidatenturnier gewann, denkt Smyslov sehr gerne zurück: "Die Schweiz ist unter den Ländern, in denen ich Schachturniere spielte, eines meiner bevorzugten Ländern. Ich besuchte sie mit Keres und Flohr. Ich wurde viele Male in die Schweiz eingeladen und spielte dort häufig simultan. Ich weilte bei meinen Freunden wie Robert Meyer, der der Mäzen war. Doch die Hauptsache bei Zürich war das Kandidatenturnier, das ich gewann und so das Recht erhielt, gegen Botvinnik in Moskau um die Weltmeisterschaft zu spielen. Diese Weltmeisterschaft war die glorreichste in meinem Leben."
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| Moskau, Juli 2009 |
Smyslov beschäftigt sich nach wie vor mit Schach, insbesondere mit Kompositionen. Solche tüftelte er bereits im Alter von 16 Jahren aus. Gerade in unserer Zeit, in der der Computer in so viele Bereiche des Schachs eindringt, haben Kompositionen für Smyslov ihren Reiz nicht verloren, im Gegenteil: "Schachkompositionen werden noch in Jahrhunderten Bestand haben. Im Schach gibt es aussergewöhnliche Stellungen, die zum Sieg führen. (...) Der Computer erschafft alleine gar nichts. Es ist die Idee eines Menschen, und der Computer prüft sie."
Die Schachgesellschaft Zürich dankt Vasily Smyslov ganz herzlich für die freundlichen Grüsse und wünscht ihm alles Gute!